1. Pressemitteilung zur Verteilung von Briefkasten-Aufklebern gegen NPD-Propaganda
2. Redebeitrag von der Spontanen Kundgebung am 19.4.08
3. Redebeitrag gehalten in Georgsmarienhütte am 17. November 2007

…Pressemitteilung zur Verteilung von Briefkasten-Aufklebern gegen NPD-Propaganda am Sonntag den 26.10.08 und am vergangenen Samstag, 1.11.08

Jugendantifa Kreis Steinfurt verteilt Aufkleber gegen Rechts

Für die Kommunalwahlen 2009 hat sich die NPD den Kreis Steinfurt als einen Wahlkampfschwerpunkt ausgesucht. Sie hat es sich hier zum festen Ziel gesetzt, in den Kreistag einzuziehen und dort eine Plattform zur Verbreitung ihrer antisemitischen und rassistischen Hetze zu errichten.

Im Rahmen dieses Wahlkampfs setzt die NPD insbesondere auch auf Flugblätter, die sich dann in den Briefkästen der Bewohner der Stadt Lengerich wiederfinden. Äußerlich machen diese Flugblätter auf den ersten Blick einen sozialen und bürgernahen Eindruck. Doch dieser Eindruck täuscht. Spätestens auf den zweiten Blick lässt sich die rassistische Intention der extrem rechten NPD erkennen.

Sie wettern gegen Hartz IV und Globalisierung, stellen Forderungen wie „Arbeitsplätze zuerst für Deutsche“ und werben mit Slogans wie „Sozial geht nur national!“. Hinter diesen vordergründig sozialen Forderungen steckt jedoch eine deckungsgleiche Ideologie, die zum Holocaust und zum zweiten Weltkrieg geführt hat; der Verweis auf die „demokratische Gesinnung“ ist lediglich eine Farce.

Zuletzt ist die NPD mit einer rassistischen Kampagne unter dem Motto „Ausländerstopp NRW“ mit Schwerpunkt in Lengerich in Erscheinung getreten. Immer wieder „besuchen“ Anhägerinnen und Anhnger der rechten Partei Veranstaltungen anderer Parteien und Organisationen, um auch dort ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten. Auch in Lengerich waren Parteivertreter am Donnerstag vergangener Woche, 23.10.08, auf einer Veranstaltung des Juso-Unterbezirkes anwesend.

Die Jugendantifa Kreis Steinfurt hat am Samstag und Sonntag circa zweitausend dieser Flugblätter und Briefkasten-Aufkleber an die Lengericher Bevölkerung verteilt.

Frank Steingräber von der Jugendantifa Kreis Steinfurt ermutigt die Lengericher den Aufkleber an ihre Briefkästen anzubringen: „Bringen Sie den Aufkleber einfach gut sichtbar an Ihrem Briefkasten an und schützen Sie sich und Ihre Familie vor rassistischen und faschistischen Lügen. Zusammen werden wir die neonazistischen Ideologien zurückdrängen können. Wehren Sie sich gegen die menschenverachtende Propaganda der NPD!“

Miriam Birkner vom Antifachistischen Netzwerk Münster- und Osnabrücker Land führte ebenfalls zur Verteilung der Aufkleber aus: „Im gesamten Kreis Steinfurt werden momentan diese Briefkasten-Aufkleber gegen die Propaganda der extrem rechten NPD verteilt. Ein breites Bündnis aus Parteien, zivilgesellschaftlichen und Antifa Gruppierungen hat sich hierfür zusammengetan. Es gilt bereits jetzt alles dafür zu unternehmen einen möglichen Wahlerfolg der NPD zu erschweren!“

…Unserer Redebeitrag von der Spontanen Kundgebung am 19.4.08
Still loving music – Still hating fascism

Wahrscheinlich haben die meisten von euch mitbekommen, warum wir heute hier sind.
Trotzdem will ich kurz auf den Anfang eingehen. Vor etwa vier Monaten haben wir uns zusammen gesetzt und überlegt, wie wir der NPD 2009 entgegen treten können. Dass die NPD den Kreis Steinfurt für ihre Hauptbemühungen auserkoren hat, ist bedenklich.
Uns war es wichtig, diese Bemühungen schon im Keim zu ersticken. Nicht erst darauf warten, dass etwas passiert und dann reagieren, sondern aktiv und offensiv zu agieren.
Dafür ist ein „Rock gegen Rechts“ unserer Meinung nach eine gute Möglichkeit.
Nachdem wir also viel Kraft, Zeit und auch Geld in die Vorbereitung gesteckt haben, sagt uns der Leiter der Scheune kurzfristig ab, bzw. das Konzert wurde von ihm verboten.
Nun stehen wir also hier mit euch, die sich alle auf das Konzert gefreut haben.
Diese Kundgebung kann das Konzert natürlich nicht ersetzen, aber sie ist wichtig, denn wir überlassen den Nazis nicht kampflos das Feld.
Die Verbotsbegründung lautet sinngemäß in etwa so:
Wo die Antifa auftritt, ist Stress vorprogrammiert.
Dass das nicht so ist, sehen wir heute Abend hier!
Klar sind wir die Jugendantifa, aber darüber hinaus sind wir eben Jugendliche genau wie ihr. Wir wollen unsere Meinung kundtun, so wie heute Abend hier, wo und wann wir wollen.
Und es kann nicht sein, dass der Leiter einer Jugendkultureinrichtung dieses politische Interesse und die Courage, gerade von jungen Menschen, versucht zu verbieten.
Die Scheune ist stolz auf ihren alternativen Ruf. Was hier aber passiert ist, war nicht alternativ, dass war einfach scheiße!
Wir dürfen also nicht in die Scheune. Wegen sechs Buchstaben. A N T I F A.
Und das heißt für uns nichts anderes als antifaschistisch aktiv zu sein.
Bei einem „Rock gegen Rechts“ sollte es doch eigentlich keine Rolle spielen, wer hier Farbe bekennt, sondern dass es Menschen gibt, die sich dafür erheben.
Wir sind Jugendliche wie ihr und dass ihr das auch wisst, zeigt euer Erscheinen heute Abend. Andere Stellen scheinen das noch nicht begriffen zu haben.
Es auf ein Versäumnis der Antifa zu schieben, dem Leiter nicht explizit gesagt zu haben, dass die Antifa Initiator dieser Veranstaltung war, oder sein sollte, ist mehr als nur lächerlich.
Das darf bei solch einem Event ja wohl keine Rolle spielen. Nicht in einem Jugendkulturzentrum.
Leider ist es nicht von der Hand zu weisen, dass durch die Entscheidung, das Konzert zu verbieten, den Nazis noch viel mehr Raum eingeräumt wird als auch nur annähernd wünschenswert gewesen wäre.
Die Nazis mussten noch nicht einmal Anzeichen für Stress liefern und trotzdem wurde das Konzert verboten.
Diese Erkenntnis tut weh, ist aber nicht neu.
Nur gemeinsam können wir die braune Pest stoppen.
Wir, und damit meine ich alle hier, setzen heute ein Zeichen.
Dafür bedanken wir uns, denn diese Unterstützung ist unglaublich wichtig.
Uns so kann es uns auch keiner nehmen hier zu verkünden:
We are still loving music and we are still fighting fascism! Immer und überall!
Das lassen wir uns nicht verbieten!

Redebeitrag der Jugendantifa Kreis Steinfurt
(gehalten in Georgsmarienhütte am 17. November 2007)

Dass Nazis scheiße sind, warum Nazis scheiße sind und dass die NPD
versucht ihre menschenverachtene Ideologie in eine anscheinend
bürgerliche Hülle zu packen, haben wir heute schon gehört.

Das Problem liegt allerdings nicht nur bei den offentsichtlich Rechten
Gruppierungen wie der NPD oder auch freien Kameradschaften. Subversiv
rassistische Witze, und Homophobie sind genauso ätzend und kommen aus
der Mitte der Gesellschaft. Sexismus, Antisemitismus, Rassismus und
Kapitalismus sind ebenso bekackt und Grundlagen von Faschismus. Deshalb
ist eine Politik die über das No-Nazis Prinzip hinausgeht unabdingbar,
es ist wichtig gesellschaftliche Zusammenhänge zu analysieren und zu
verstehen, um diese dann bekämpfen zu können.

Doch warum soll ich etwas dagegen tun, was kann ich als EinzelneR tun
und wo beginnt der effektive Widerstand?
Warum, ist hoffentlich schon klar geworden; Nazis sind rassistisch,
völkisch und antisemitsch und die Zivilgesellschaft ist auch nicht das
Gelbe vom Ei. Es kann aber nicht sein, dass Menschen wegen ihrer
Herkunft, Hautfarbe,ihrer geschlechtlichen Definition von sich selbst
oder der Abstammung bestimmter Charaktereigentschaften zugeordnert
werden und sie aufgrnd dieser diskriminiert oder anderes behandelt
werden als andere, in der Gesellschaft als normal geltene, Menschen.

Wenn du etwas aktiv dagengen machen möchtest, ist es notwendig sich zu
organisieren, denn alleine machen sie dich ein.
Entweder du schließt dich einer antifaschischtischen Gruppe an, wenn
diese Möglichkeit nicht besteht, mach doch selbst eine. Schleißt euch
mit Freundinnen und Freunden zusammen, redet über Probleme, diskutiert
und werdet aktiv. Lauft nicht mit Scheuklappen vor den Augen durch die
Gegen. Lasst euch nicht mehr bewegen, sondern bewegt selbst etwas.

Ihr möchtet was starten und wisst immernoch nicht wie, dann schreibt
doch eine E-Mail an uns.
Die Kontaktadresse findet ihr unter jakst.blogsport.de

Das war eine Redebeitrag der Jugendantifa Kreis Steinfurt
für die freiheit für das leben