Rockt gegen Rechts!

Am 2. & 3. April findet im JKZ Scheune in Ibbenbüren das „Rock gegen Rechts Vol. II“ statt. Das Line-Up begeistert mit einer Mischung aus lokalen Bands und überregionalen Highlights und dann noch zum Spendenspottpreis von 1 Euro. Veranstaltet unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters und gesponsort von etablierten Institutionen und Parteien. Bessere Vorzeichen für den Erfolg eines „Rock gegen Rechts“ kann es kaum geben und das antifaschistische Engagement der Stadt und ihrer Vertreter muss hier ausdrücklich gelobt werden.
Wir begrüßen das Konzert außerordentlich, denn hier wird Jugendlichen ein Raum für Antifaschismus geboten und das sollte mensch von einem Jugendkulturzentrum auch erwarten können.
Doch haben wir auch nicht vergessen, was vor fast genau einem Jahr in Ibbenbüren passieren konnte.
Im April 2008 war das erklärte Wahlkampfziel der NPD der Kreis Steinfurt und damit auch die Stadt Ibbenbüren. Während vielerorts diese Gefahr ignoriert wurde, wurden andere Stellen bereits aktiv.
Um auf den kommenden Wahlkampf der NPD aufmerksam zu machen, organisierten wir ein Konzert („Love music – Hate fasicsm“) im JKZ Scheune in Ibbenbüren. Dieses wurde allerdings kurz vorher vom Leiter des JKZ Scheune mit fadenscheinigen Argumenten verboten. So wurde uns vorgehalten, wir hätten unseren Namen im Nachhinein unter die Plakate gesetzt und hätten mit der Organisation des Konzerts eigentlich nichts zu tun. Das ist bewiesenermaßen falsch. Auch wurde von einer Gewaltorgie von Rechtsextremen fabuliert. So sollte das JKZ Scheune angeblich „weggebombt“ werden, wenn die Antifa hier eine Veranstaltung abhalten würde. Auf Grund der Kurzfristigkeit des Verbots, konnte auch das Jugendamt Ibbenbüren die Entscheidung nicht mehr umstoßen. Als Reaktion hielten wir eine spontane Kundgebung ab, die störungsfrei verlief.
Während hierin der Beweis zu finden ist, dass eine Antifa-Veranstaltung friedlich ablaufen kann, wurden auch hier wieder Teilnehmer der Kundgebung, durch Abfilmen seitens der Polizei und Bußgelder, kriminalisiert.
Wir verlangten damals eine Stellungnahme der Stadt und aller Verantwortlichen, sowie die Räumlichkeiten für antirassistische Aktivitäten, da das JKZ Scheune diese offensichtlich nicht mehr bot.
Ein Jahr später scheint nun mit dem JKZ Scheune dieser Raum für praktizierten Antifaschismus wieder vorhanden zu sein, während wir auf eine Stellungnahme weiterhin warten.
Auch drängen sich angesichts des aktuellen „Rock gegen Rechts“ einige weitere Fragen auf.
Es steht für uns fest, dass dieses Konzert nicht erneut verboten werden wird. Das machen allein die Schirmherren der Veranstaltung bewusst. Doch wo ist hier der gravierende Unterschied zu unserem Versuch ein „Rock gegen Rechts“ in Ibbenbüren zu veranstalten?
Sind mittlerweile Schützengräben um das JKZ Scheune ausgehoben, um die gewaltbereiten Rechtsextremen abzuhalten?
Wohl kaum. Eher wird es wohl der Zeitpunkt sein. So ist Wahljahr. Kommunalwahl in Ibbenbüren und während sich der Bürgermeister bislang zu schade war, auf unsere Anfragen zu reagieren, wird ein Zeichen heraufbeschworen, dass weitaus sichtbarer sein könnte.
So hätten bereits damals unsere Bemühungen unterstützt werden können, anstatt diese zu kriminalisieren. Doch auch jetzt könnte mensch noch Stellung beziehen. Aber so deutlich soll das Zeichen wohl leider nicht ausfallen.
Es geht uns nicht darum, dieses Konzert schlecht zu reden, sondern das Vorgefallene einmal mehr kritisch zu hinterfragen. Auch wenn dieses Konzert nicht von uns veranstaltet wird, rufen wir dazu auf, dieses Konzert zu besuchen. Habt Spaß und feiert! Setzt euer eigenes Zeichen gegen Rechts und lasst es nicht durch Andere setzen! Bildet euch mit ausgelegtem Infomaterial und bildet andere!

Rock gegen Rechts Ibbenbüren

Mehr Infos: Ibb-Klick